Burgruine Neidenfels

 

Burgruine Neidenfels

 

Auf dem südlichen Ausläufer des Schlossberges liegen in 259 m  Meereshöhe die Reste der einst stattlichen Burg Neidenfels. Die sich in Nord- Süd Richtung erstreckende Anlage hat eine Länge von gut 60 m, bei einer Breite von 10 bis 35 m.

Ihr Name konnte nicht einwandfrei geklärt werden. So reichen die Deutungen von einer Felsenburg des Nido über eine Neidburg.

 

Die Burg wurde zwischen 1329 und 1338  durch den Kurfürsten  und Pfalzgrafen Rudolf II als Ersatz für die 1281 zerstörte Burg Lichtenstein  erbaut.

 

Zu Lehensmännern der Burg setzte Rudolf II die Brüder Gerhard und Johannes von Odenbach ein, deren Mutter eine geborene Lichtensteinerin war.

 

Ihre Aufgaben waren die Sicherung  der  Geleitstrasse

Neustadt- Kaiserslautern und der Schutz der Bevölkerung gegen die mächtigen Grenznachbarn.

 

Pfalzgraf Rudolf II erneuerte an Pfingsten 1342 Freiheiten, Privilegien und Rechte von Wachenheim auf der Burg Neidenfels.

 

Bei herrschaftlichen Jagden hatten Sie Wohnräume für den Herrn und eine Suite, Ställe für Pferde und Hunde zur Verfügung zu halten und die Verpflegung zu stellen.

 

1349 sind Wilhelm und Gerhard von Odenbach im Besitz der Burg. Der

Kurfürst übergibt im Jahr 1355 die Burg dem Ritter Johann von Wachenheim, behält sich aber das Öffnungsrecht vor.

 

1356 lieh Johann von Wachenheim dem Pfalzgrafen 500 Gulden zum Ausbau der Burg. Als  Gegenleistung versichert der Fürst dem Wachenheimer und seinen Erben die Burg solange zu überlassen, bis die Schuld getilgt sei.

 

Bei seinem Regierungsantritt belehnte Kurfürst Ludwig III. 1410 die Edlen von Steinhausen mit der Burg.

Im Jahr 1427 gibt Kurfürst Ludwig III. seinem Bruder Otto  von Mosbach die Burg.

1464 finden wir Ulrich von Steinhausen im Besitz der Stätte.

1480 die Edlen von Saulheim, die sie aber nur vorübergehend innehaben, da schon 1500 ein Friedrich von Steinhüsser sie gekauft hat. Nach dem Aussterben der Steinhauser geht die Burg 1513 an die Herren von Angeloch.

Nichts erfahren wir über die Tätigkeit der Edlen von Angeloch als Lehenherren. Als Verwaltungsburg blieb sie frei von aufregenden Ereignissen, auch der Bauernkrieg 1525 hinterlässt keine Schäden.

 

Erst 1577 kommt durch einen eigenwilligen Mann wieder neuer Glanz in die Burg.

 

Dr. Peter Beuterich, Philosoph, Diplomat Regierungsmitglied und Reiteroberst. Nach einem abenteuerlichen Leben, das ihn durch ganz Europa führte, kam er in die Pfalz, wo  ihm Pfalzgraf Johann Casimir den Besitz der Burg Neidenfels übergibt.

 

Von seinem neuen Besitz aus

leitet Dr. Peter Beuterich die ausländischen Angelegenheiten des Pfalzgrafen.

Eine besondere Aufgabe von ihm war jedoch darin, alle Anschläge “wider unser gemeinsam Vaterland“ zu vereiteln.

Am 12 Februar 1587 starb Dr. Peter Beuterich in Heidelberg. Seinen letzten Ruheplatz fand er in der Peterskirche.

Sein Sohn Peter Beuterich erhielt noch im gleichen Jahr die Burg  als Lehen.

 

Da der Sohn noch minderjährig war, übernahm Hermann Guilempy das Amt des Burgvogtes. Mit  Peter Beuterich starb 1618 schon das sechste Geschlecht der Burgherren von Neidenfels aus.

 

 

Im orleonischen Krieg 1689 wurde die Burg von französischen Truppen unter General „Melac“ zerstört.

 

Forstmeister  Franz Glöckle hat 1749 bis 1750 den verbleibenden Rest der Ruine abgebrochen, um damit Terrassen unterhalb der Burganlage zu errichten.

Auf diesen wollte er Wein anpflanzen. Dieser Plan ließ sich jedoch nicht in die Tat umsetzen. Als Ergebnis dieser Baumaßnahme blieben nur drei Kellergewölbe, drei zerborstene Wehrtürme und ein halber Treppenturm der einst so stolzen Burg Neidenfels übrig.

 

 

 

Burgbeschreibung

 

Ein in den Felsen eingeschnittener Halsgraben schützte die Burg vor Angriffen von  der Bergseite aus. An den verbleibenden Seiten war sie durch steile Hänge gesichert.

 

Das Eingangstor ist leider nicht mehr erhalten. Zwei nur noch rudimentär vorhandene Wehrtürme wurden in den 80er Jahren wieder aufgebaut. Ein Wehrturm ist noch zum Teil mit Schießscharten im Untergeschoß erhalten. Die  Wehrmauer ist nur noch im hinteren Teil erkennbar.

Hier wurde ein Stück im Jahr 1933 wieder aufgesetzt.

In der Mitte der Anlage erhebt sich der rund 13 m hohe Fels an den die Burg gebaut wurde.

So ist der noch dreigeschossige Rest des einstigen Palas  zu erkennen. Hieran lehnt sich der halb gesprengte Treppenturm auch über drei Geschosse an.

 

 Aus einem Pressebereicht  vom 03.05.1933 geht hervor, dass der

Wanderverein, heute Pfälzerwaldverein, umfangreiche Aufräumarbeiten und Ausgrabungen in Angriff genommen hatte.

Es wurden ca 500 qm Burghof eben gezogen. Bei diesen Arbeiten wurde auch der dritte Felsenkeller wieder freigelegt.

 

An Pfingsten 1933 konnte so durch den Einsatz des Wandervereins

das  600-jährige Bestehen der Burg  gefeiert werden.

 

Heute können Sie sich durch eine Burgführung genauer über alle diese Ereignisse informieren und einen Einblick in unsere Dorfgeschichte nehmen.

 

Kontaktadresse:

Burgvogt

Andreas Möller

Dorfstr.15

67468 Neidenfels

06325-980189